
Neues Sitzkonzept in unserer Monster-Klasse 👾
Nach einer Hospitation an einer anderen Schule brachte unsere Klassenlehrerin Ute Geselle eine spannende Idee mit: Warum eigentlich immer an festen Sitzplätzen lernen? Aus dieser Frage heraus ist in unserer Monster-Klasse ein neues, flexibles Sitzkonzept entstanden.
Statt einer klassischen Sitzordnung mit festen Plätzen entscheiden die Kinder nun jeden Morgen selbst, wo und neben wem sie sitzen möchten. Sie können ihren Platz für den ganzen Schultag wählen oder auch nur für einzelne Unterrichtsphasen. Die wichtigste Regel dabei lautet: Suche dir einen guten Sitzpartner und einen Platz, an dem du gut arbeiten kannst.
Auch der Klassenraum wurde entsprechend umgestaltet. Es gibt unterschiedliche Arbeitsbereiche: Sitzgruppen im Raum, Plätze an der Wand, Möglichkeiten im Nebenraum und – wenn es passt – sogar im Flur. Wenn gemeinsame Erklärungen an der Tafel stattfinden, ist selbstverständlich für jedes Kind ein Platz im Klassenraum vorhanden. Zusätzlich werden die Tornister jetzt im Flur aufbewahrt. Das schafft mehr Platz im Klassenraum, sorgt für mehr Ruhe und eine angenehmere Lernatmosphäre.
Unsere bisherigen Erfahrungen sind durchweg positiv: Die Kinder wählen erstaunlich intuitiv passende Sitzplätze und -partner. Dabei sitzen sie nicht nur neben ihren Freunden, sondern lernen auch andere Kinder besser kennen. Die befürchtete Unruhe ist ausgeblieben – im Gegenteil: Es herrscht eine konzentrierte und ruhige Arbeitsatmosphäre. Viele Kinder zeigen ein gutes Gespür dafür, welcher Platz ihnen beim Lernen hilft. Besonders Kinder, denen das Stillsitzen früher schwerfiel, profitieren von der neuen Freiheit und können sich besser auf ihre Aufgaben konzentrieren.
Das neue Sitzkonzept stärkt die Selbstständigkeit und Eigenverantwortung der Kinder. Sie dürfen mitentscheiden, was ihnen guttut – eine wichtige Erfahrung im Schulalltag. Oder, wie es ein Kind treffend formulierte:
„Gut, dass ich meinen Sitzpartner aussuchen darf.“
Die positiven Erfahrungen sprechen sich inzwischen auch im gesamten Forscherhaus herum: Immer mehr Klassen übernehmen dieses Prinzip und entwickeln es für ihre eigenen Bedürfnisse weiter. So entsteht Schritt für Schritt eine Lernkultur, die den Kindern mehr Vertrauen schenkt und ihnen gleichzeitig neue Möglichkeiten eröffnet, erfolgreich und selbstbestimmt zu lernen.





