Warum forschendes Lernen?

Forschendes Lernen – was bedeutet das eigentlich?
Wenn es um forschendes Lernen geht, hat vermutlich jeder ein Bild im Kopf. Nicht selten hat es mit Reagenzgläsern, Schutzbrillen oder Mikroskopen – und fast ausschließlich mit Naturwissenschaften – zu tun. Aber forschendes Lernen ist mehr als das!

Warum haben wir uns im Forscherhaus für das forschende Lernen entschieden?

Lernen, Wege zu finden

Forschendes Lernen fördert Kinder und Jugendliche dabei, neue Wege zu gehen und zu lernen, eigenständig zu lernen. Mit Blick auf die Zukunft ist gerade diese Kompetenz sehr wichtig. Denn fertige Lösungen für die noch unbekannten Herausforderungen von Morgen können wir Kinder und Jugendliche nicht lehren. Was wir aber sehr wohl können, ist sie zu befähigen, Probleme zu analysieren und selbst neue Lösungen zu entwickeln; sich selbst ein Bild zu machen, statt Information nur als gegeben hinzunehmen. Das setzt voraus, dass Kinder & Jugendliche keine passiven Konsumenten von Wissen (oder Informationen) bleiben, sondern aktive Gestalter ihrer Lernprozesse und ihres Lebens werden.

Beim forschenden Lernen, und so eben auch im Forscherhaus, wird daher nicht nach vorher festgelegten Bauplänen, Schablonen oder Abläufen gelernt, die nicht hinterfragt werden. Vielmehr sollen sich die Kinder und Jugendlichen zunächst eigene Fragen zu einem Sachverhalt stellen, überlegen, Ideen und Lösungswege entwickeln. Im Forscherhaus sind wir in erster Linie für sie da, um Hilfestellung zu geben, keine fertigen Lösungen. Denn dann sind es die eigenen Ideen der Kinder, die zum Erfolg führen – wenn auch manchmal nicht sofort oder auf Umwegen. So oder so ist es das EIGENE Handeln, das etwas bewirkt. Eine wesentliche Lernerfahrung, die motiviert, das Selbstbewusstsein stärkt, Vertrauen in die eigenen Kompetenzen schafft. Und so kann Lernen auch einfach mal Freude machen!

Lernen muss relevant sein

Wenn es gelingt, Lernstoff spannend – also für die Kinder relevant – erfahrbar zu machen, fällt es ihnen im nächsten Schritt leichter, sich in abstraktere Inhalte hineinzuversetzen. Dann können Verbindungen zu anderen Situationen oder Schulfächern hergestellt werden, die bis dahin verborgen waren. Die jeweilige Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen muss die Ausgangssituation sein, um die großen Zusammenhänge der Welt zu verstehen. Immer ein Stückchen mehr. 

Austausch und Kommunikation

Eigene Ideen, individualisierte Prozesse, jeder für sich? Werden daraus nicht viele kleine Einzelkämpfer? Jeder macht sein Ding?

Ganz und gar nicht!

Forschendes Lernen braucht gerade auch den Austausch in der Gruppe, Teamwork. Es lebt vom Diskutieren, vom Präsentieren und von der Rückmeldung anderer. So werden – wie nebenbei – auch die Kommunikationsstärke und die sozialen Kompetenzen der Kinder gestärkt. Im Forscherhaus gehören Präsentation, Diskussion, Austausch von Lob und wertschätzender Kritik, wie auch Selbstreflexion bereits ab der 1. Klasse zu den ganz wichtigen Themen im Schulalltag. 

Somit ist forschendes Lernen im Forscherhaus nicht auf Naturwissenschaften beschränkt, es hat auch nichts damit zu tun, bestimmte Experimente durchzuführen. Es ist vielmehr unser Weg, unsere Kinder stark darin zu machen, ihr Leben selbstständig, selbstbestimmt und aktiv führen zu können. 

 

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